Für Sandro Merino, Chief Investment Officer der Basler Kantonalbank, ist es gerade in unsicheren Zeiten zentral, nicht überhastet zu handeln und zwischen Schlagzeilen und strukturellen Markttreibern zu unterscheiden: «Geopolitische Risiken können Märkte kurzfristig stark bewegen. Für langfristige Anlageentscheide braucht es aber eine nüchterne Einschätzung von Wachstum, Inflation, Unternehmensgewinnen, Geldpolitik und Risikoprämien.»
Märkte blieben robuster als die Schlagzeilen
Das erste Halbjahr 2026 war von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten geprägt. Im Zentrum stand die Strasse von Hormus als wichtige Transportroute für Öl und Gas. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hat die Hoffnung auf eine politische Entspannung zwar erhöht, bedeutet aus Sicht der BKB aber noch keine vollständige Entwarnung. Steigende Energiepreise, mögliche Lieferkettenstörungen und höhere Inflationsrisiken belasteten die Märkte zeitweise deutlich. Gleichzeitig blieben die Konjunkturprognosen bislang stabil. Für das globale Wirtschaftswachstum wird weiterhin mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts von knapp 3 % gerechnet. Die BKB hielt deshalb an ihrem Basisszenario fest: ein unterdurchschnittliches, aber positives globales Wirtschaftswachstum im Jahr 2026.
Anlagekompetenz heisst: einordnen, gewichten, handeln
Für die BKB zeigen die ersten sechs Monate deutlich, was in anspruchsvollen Marktphasen zählt. Es geht weniger darum, kurzfristige Marktbewegungen richtig vorherzusagen. Vielmehr gilt es, die Risiken laufend zu überprüfen und die Portfolios so auszurichten, dass sie auch unter unterschiedlichen Marktbedingungen tragfähig bleiben.
Trotz geopolitischer Risiken entwickelten sich die Aktienmärkte robuster als erwartet. Unterstützend wirkten solide Unternehmenszahlen und der Investitionsschub rund um Künstliche Intelligenz. «Märkte werden selten nur von einem Thema bestimmt», sagt Sandro Merino. «Während Energiepreise und Inflation wichtige Risiken blieben, sorgten Unternehmensgewinne, KI-Investitionen und stabile Arbeitsmärkte für Unterstützung. Dabei sind diese Kräfte nicht isoliert zu betrachten, sondern in ein konsistentes Gesamtbild zu bringen.»
Im Fokus: BKB Sustainable Momentum Select Fonds
Positiv entwickelten sich im bisherigen Jahresverlauf die beiden von der BKB verwalteten, nachhaltigen Aktienfonds: der Global Equities Momentum Select Fonds, der in ein weltweites Universum investiert, sowie der auf die Schweiz ausgerichtete Swiss Equities Momentum Select. Beide Fonds verfolgen einen regelbasierten Momentum-Ansatz. Dabei werden innerhalb des jeweiligen nachhaltigen Anlageuniversums Unternehmen ausgewählt, die eine überdurchschnittliche Kursdynamik aufweisen und definierte Anforderungen an Liquidität, Stabilität und Risiko erfüllen.
Anders als breit diversifizierte Fonds setzen die Momentum Select Fonds auf eine konzentrierte Auswahl von jeweils rund 35 Unternehmen. Seit der Lancierung im August 2022 lagen beide Fonds über ihrem jeweiligen Vergleichsindex: Der Swiss Equities Momentum Select erzielte eine jährliche Mehrrendite von deutlich über zwei Prozentpunkten, der Global Equities Momentum Select von über neun Prozentpunkten.
Gleichzeitig sind beide Fonds mit höheren Risiken verbunden. Aufgrund der konzentrierten Titelauswahl und der dynamischen Ausrichtung können sie stärkeren Schwankungen unterliegen als breit diversifizierte Standardindizes. Sie eignen sich deshalb vor allem als Beimischung oder für Anlegerinnen und Anleger, deren Risikofähigkeit, Anlagehorizont und Anlagestrategie eine höhere Volatilität zulassen.
Sandro Merino: «Wenn auch davon auszugehen ist, dass die Momentum-Strategien den deutlichen Mehrertrag der Vorjahre nicht unbeschränkt fortschreiben können, so bin ich überzeugt, dass langfristig gesehen die Prämie positiv bleiben wird.»
Ausblick: Selektion bleibt entscheidend
Auch für das zweite Halbjahr 2026 rechnet die BKB mit einem anspruchsvollen Marktumfeld. Die wichtigsten Treiber dürften dabei weitgehend dieselben bleiben wie in den ersten sechs Monaten: KI, die Entwicklung im Nahen Osten, die Inflation und eine wieder restriktivere Geldpolitik der grossen Notenbanken. Gleichzeitig dürften Unternehmensgewinne, technologische Investitionen und die Widerstandskraft der US-Wirtschaft weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Auch der Ausgang der US-Midterm-Wahlen im November könnte für die Märkte relevant sein.
KI hat zuletzt vor allem grossen Technologie- und Kommunikationswerten Auftrieb gegeben. Ausschlaggebend wird nun sein, ob es den Unternehmen gelingt, die hohen Erwartungen an KI-Investitionen tatsächlich in nachhaltige Gewinne zu übersetzen. Gleichzeitig können erhöhte Energiepreise und Inflationsdruck den Spielraum der Notenbanken einschränken. Die Zinserhöhung der EZB zeigt, dass die Geldpolitik wieder stärker auf Inflationsrisiken reagieren muss.
Für die BKB bedeutet das: Das zweite Halbjahr bietet weiterhin Chancen, verlangt aber eine sorgfältige Titelauswahl und Disziplin. «Wer heute investiert, muss mit Unsicherheit leben können», so Sandro Merino. «Ausschlaggebend ist nicht, jede Entwicklung vorherzusehen, sondern ein Portfolio zu besitzen, das in einem volatilen Umfeld tragfähig bleibt. Diversifikation, ein klarer Anlageplan und professionelle Begleitung bleiben deshalb zentral.»
Expertise zugänglich gemacht: das Anlegermagazin «Chancen»
Die Analysen, auf denen diese Einschätzungen basieren, veröffentlicht die BKB regelmässig im «Chancen» Magazin. Es ordnet Finanzmarktthemen ein, identifiziert Anlagechancen und leitet daraus konkrete Orientierung für Anlegerinnen und Anleger ab.
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Für weitere Auskünfte
Katrin Gröflin
Stv. Leiterin Kommunikation
Basler Kantonalbank, CEO Office
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