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/ Schlagwort(e): Research Update
Zurich, 11. August 2026 – Die geschätzten versicherten Schäden aus Naturkatastrophen beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf USD 42 Milliarden und lagen damit 16% unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Auch die versicherten Schäden durch schwere Gewitter fielen unter den langfristigen Trend, da die grössten Gewitter die am stärksten exponierten Regionen der USA weitgehend verschonten. Gleichzeitig schufen die Rekordhitze im Juni und die anhaltende Trockenheit die Voraussetzungen für eine aktive Waldbrandsaison in Europa und anderen Teilen der Welt. Balz Grollimund, Head Catastrophe Perils bei Swiss Re: «Eine weniger schadenintensive erste Jahreshälfte bedeutet nicht weniger Risiko. Ein einziger grosser Hurrikan, ein starkes Erdbeben oder ein schwerer Waldbrand kann das Bild rasch verändern. Die jüngsten Waldbrände in Europa zeigen, dass höhere Temperaturen und trockenere Bedingungen grosse Waldbrände begünstigen. Gleichzeitig steigen die potenziellen Schäden, da immer mehr Wohngebäude, Unternehmen und Infrastruktur in gefährdeten Gebieten gebaut werden.» Europa ist der sich weltweit am schnellsten erwärmende Kontinent und verzeichnet heute 64% mehr Hitzetage mit Höchsttemperaturen von mindestens 30°C als in den 1950er-Jahren. Die Rekordhitze im Juni in Westeuropa sowie die anhaltende Trockenheit schufen zudem Bedingungen, die Waldbrände in weiten Teilen West- und Südeuropas begünstigten. Im Juli waren insbesondere Frankreich und Spanien von grossen Bränden betroffen. Bisher machen Waldbrände in Europa nur einen vergleichsweise kleinen Anteil der versicherten Schäden aus. Weltweit zählen sie jedoch zu den am schnellsten wachsenden Naturgefahren. Gemäss Swiss Re Institute haben die versicherten Waldbrandschäden in Europa seit 1970 inflationsbereinigt um schätzungsweise 8 bis 11% pro Jahr zugenommen. Der frühe Beginn der europäischen Waldbrandsaison zeigt, wie sich Naturgefahren verändern: Die Waldbrandsaison wird länger; zugleich treten Bedingungen, die Waldbrände begünstigen, häufiger auf und betreffen zunehmend auch Regionen, die bislang als weniger gefährdet galten. Überdurchschnittlich viele Gewitter, unterdurchschnittliche Schäden Obwohl die Aktivität schwerer Gewitter in den USA über dem Durchschnitt lag, trafen vergleichsweise wenige Texas, die Southern Plains und den Südosten des Landes. Gerade diese Regionen verzeichnen aufgrund der Kombination aus häufigen Gewittern und einer hohen Konzentration versicherter Werte in der Regel die höchsten versicherten Schäden. Dies verdeutlicht, dass die Höhe versicherter Schäden nicht allein von der Intensität eines Ereignisses abhängt, sondern ebenso davon, wo es auftritt. Versicherungen deckten rund 42% der wirtschaftlichen Schäden im ersten Halbjahr ab und damit mehr als im 30-jährigen Durchschnitt (33%). Dies ist auf die Konzentration der Schäden in Märkten mit hoher Versicherungsdurchdringung sowie auf Ereignisse zurückzuführen, die typischerweise umfassend versichert sind. Demgegenüber verursachte die Erdbebenserie in Venezuela wirtschaftliche Schäden von schätzungsweise USD 20 Milliarden. Zwar liegt bislang keine verlässliche Schätzung der versicherten Schäden vor, aufgrund der geringen Versicherungsdurchdringung dürfte jedoch nur ein kleiner Teil der Schäden versichert sein. Ruhigere erste Jahreshälfte nicht automatisch ruhiges 2026 Historisch entfielen durchschnittlich 58% der weltweit versicherten Schäden aus Naturkatastrophen auf die zweite Jahreshälfte. Haupttreiber sind dabei Hurrikane im Nordatlantik. Zwar dämpft El Niño in der Regel die Hurrikanaktivität im Atlantik; es bleibt jedoch das Risiko bestehen, dass ein Hurrikan auf Land trifft. Seit 1950 trafen 22% der Hurrikane in den USA während El-Niño-Phasen auf Land. Hurrikane im Atlantik sind jedoch nur ein Bestandteil des Naturkatastrophenrisikos in der zweiten Jahreshälfte. El Niño kann auch die Aktivität tropischer Wirbelstürme im zentralen und östlichen Pazifik beeinflussen sowie das Risiko von Überschwemmungen, Waldbränden und anderen Wetterextremen in weiteren Regionen der Welt verändern. Unabhängig von saisonalen Prognosen bleiben die langfristigen Treiber von Naturkatastrophenschäden unverändert. Dazu zählen die zunehmende Exponierung in gefährdeten Gebieten sowie steigende Wiederaufbaukosten. Um die Bezahlbarkeit und Verfügbarkeit von Versicherungsschutz langfristig sicherzustellen, gewinnen Massnahmen zur Stärkung der Resilienz und zur Verringerung der zugrunde liegenden Risiken weiter an Bedeutung. Wirtschaftliche und versicherte Schäden im H1 2026 und H1 2025 (Mrd. USD, in Preisen von 2026)
* Der 10-jährige H1-Durchschnitt bezeichnet die durchschnittlichen Schäden in der jeweiligen ersten Hälfte der Jahre 2016 bis 2025. Quelle: Swiss Re Institute
So erhalten Sie diese sigma-Studie: Die englische Ausgabe der sigma-Studie «First-half 2026 insured catastrophe losses: below trend, rising risks» steht als elektronische Publikation zur Verfügung und kann hier heruntergeladen werden. Für weitere Fragen, bitte kontaktieren Sie Swiss Re Media Relations: + 41 (0)43 285 7171 oder Media_Relations@Swissre.com. Swiss Re Hinweise zu Aussagen über zukünftige Entwicklungen
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